Was bedeutet es eigentlich, zu jemandem zu stehen? In einer Welt, in der man viele Menschen flüchtig kennt, ging es im Gottesdienst am Sonntag, den 12. April 2026, um eine tiefere Verbindung: das Bekenntnis. Im Mittelpunkt standen dabei zwei junge Christinnen, die durch ihre Konfirmation einen entscheidenden Schritt in ihre religiöse Selbstständigkeit wagten.
Vom Wissen zum Handeln
Grundlage für die Predigt war ein Wort aus dem Matthäus-Evangelium (10,32): „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.“ , das dazu aufruft, öffentlich zum eigenen Glauben zu stehen. Dabei wurde deutlich unterschieden: Jemanden zu „kennen“ ist reine Information. Ihn zu „bekennen“ bedeutet hingegen, mit dessen Werten und Handeln vollkommen einverstanden zu sein.
In der Praxis heißt das: Wer sich zu Gott bekennt, versucht sein Leben – sein Denken, Fühlen und Handeln – nach dem christlichen Ideal der Nächstenliebe auszurichten. Es ist der Versuch, die göttliche Liebe, die man selbst erfährt, im Alltag an andere weiterzugeben.
Ein Rückhalt, der durch Krisen trägt
Ein zentraler Aspekt des Gottesdienstes war die Zusage Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20)
Diese Botschaft richtete sich besonders an die Konfirmandinnen. Glaube bedeutet hier nicht, dass automatisch alle Schwierigkeiten verschwinden. Vielmehr ist es die Gewissheit, dass Gott die Kraft gibt, auch schwere Umstände durchzustehen.
Ein wichtiger Impuls für alle Anwesenden war der Verzicht auf falschen Stolz: Hilfe anzunehmen – sowohl von Gott als auch von den Menschen um einen herum – ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Reife und echtem Gemeinschaftssinn.
Verantwortung übernehmen: Die Konfirmation
Nach der Sündenvergebung folgte der Moment, auf den die beiden Konfirmandinnen gewartet hatten. Mit der Konfirmation übernehmen junge Christen die volle Verantwortung für ihr geistliches Leben. Es ist der bewusste Schritt aus dem „Glauben der Eltern“ hinein in eine eigene, selbstgewählte Beziehung zu Gott.
Gemeinsam gaben sie vor der Gemeinde ihr Konfirmationsgelübde ab. Damit bekräftigten sie ihren Entschluss, den weiteren Lebensweg entschlossen und treu in der christlichen Gemeinschaft zu gehen und die Nähe Gottes aktiv zu suchen.