Am Sonntag, 08.03.2026, versammelten sich Gläubige aus dem gesamten Kirchenbezirk Coburg-Hof in Kulmbach zu einem besonderen Ereignis: Bezirksapostel Michael Ehrich war vor Ort.
Begleitet wurde er von einer großen Zahl an Amtsträgern (Aposteln und Bischöfen) aus der gesamten süddeutschen Region. Für alle, die nicht vor Ort sein konnten, wurde der Gottesdienst live via YouTube und IPTV übertragen.
Bereits im Eingangsgebet schlug der Bezirksapostel die Brücke zum zentralen Thema des Tages: dem Doppelgebot der Liebe.
Als Grundlage diente das Bibelwort aus Jakobus 2,8: „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift ‘Liebe deinen Nächsten wie dich selbst‘, so tut ihr recht“, das dazu aufruft, den Nächsten zu lieben wie sich selbst.
Bezirksapostel Ehrich zeigte auf, wie dieses Gebot in drei Aspekten wirkt:
Gottes Liebe: Jeder Mensch ist von Gott gewollt und erschaffen. Auch wenn nicht jede menschliche Entwicklung Gott gefällt, bleibt seine Liebe beständig. Der Bezirksapostel erinnerte daran, dass alles, was wir besitzen, letztlich eine Leihgabe ist. Das Ziel unseres Glaubens ist die ewige Gemeinschaft mit Gott – ein Weg, auf dem unser Bemühen durch Gottes Gnade ergänzt wird.
Nächstenliebe: Unsere Aufgabe ist es, den Mitmenschen so zu sehen, wie Gott ihn sieht. Da jeder Mensch von Gott geliebt wird, steht es uns nicht zu, zu urteilen. Stattdessen sind wir gerufen, aktiv Gutes zu tun.
Selbstliebe: „Du bist wertvoll.“ Dieser Wert bemisst sich nicht nach weltlichen Maßstäben oder Erfolg, sondern durch die Augen Gottes. Jeder hat eine individuelle Gabe erhalten, um sich aktiv in das Werk Gottes einzubringen.
Die begleitenden Amtsträger vertieften diese Gedanken in ihren Predigtbeiträgen.
Bezirksältester Jürgen Feihl betonte, dass wir Gottes Liebe zuerst annehmen müssen, um daraus die Kraft zur Selbst- und Nächstenliebe zu schöpfen – mit Jesus Christus als vollkommenem Vorbild.
Bischof Jochen Hübner (Freiburg/Tübingen) ergänzte, dass Gottes Liebe völlig frei von Leistungsgedanken ist, was in der heutigen Zeit eine große Entlastung darstellt.
Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger schloss mit dem Hinweis: Das Doppelgebot der Liebe ist die Zusammenfassung aller Gebote.
Ein besonderer Moment im Gottesdienst war die Heilige Versiegelung* von zwei Mitgliedern aus der Gemeinde Marktredwitz, die damit feierlich in die Kirchengemeinschaft aufgenommen wurden.
Nach der Sündenvergebung feierte die Gemeinde gemeinsam das Heilige Abendmahl. Dieses Sakrament wurde auch stellvertretend für die Verstorbenen ausgespendet, empfangen durch Bezirksältesten Feihl und Bezirksevangelisten Linß.
Gegen Ende des Gottesdienstes wurde es emotional: Nach sieben Jahren engagierter Leitung als Bezirksvorsteher wurde Bezirksältester Jürgen Feihl in den wohlverdienten Ruhestand gesetzt. Zu seinem Nachfolger wurde Bezirksevangelist Birger Linß beauftragt, der ab heute die Verantwortung für den Bezirk Coburg-Hof übernimmt.
Der festliche Charakter wurde durch die vielfältige Musik unterstrichen. Ein Zusammenspiel aus Chor, Orgel, Geige und einem Männerchor verlieh dem Gottesdienst in Kulmbach einen würdigen und bewegenden Rahmen.
*Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, durch das der Gläubige unter Handauflegung und Gebet eines Apostels die Gabe des Heiligen Geistes empfängt und ein Gotteskind mit der Berufung zur Erstlingsschaft wird.
JC